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Die Riders wollen nach oben

 

WILLICH. Als Anfang Februar in der besten Football-Profiliga der Welt, der nordamerikanischen NFL, der Meister zwischen den New England Patriots und Philadelphia Eagles ermittelt wurde, fieberten auch die Spieler der Schiefbahn Riders beim Finale mit. Das Team von der Siedlerallee hatte sich zum Rudel-Schauen verabredet und erlebte live mit, wie der Außenseiter aus Philadelphia in einem packenden Endspiel den Meister mit 41:33-Punkten niederrang. Perfekter Anschauungsunterricht, den die besten Footballer der Welt den Riders boten, denn auch die Schiefbahner wollen in der im April beginnenden Saison hoch hinaus. „Das Saisonziel heißt Aufstieg, nachdem wir in der vergangenen Spielzeit nur denkbar knapp gescheitert waren“, lässt Riders-Pressesprecher Ralph Klein keinen Zweifel. Starten werden die Riders in der sechs Teams umfassenden Verbandsliga NRW, Gruppe West. Am 29. April erfolgt der erste „Kick off“ der Saison 2018 beim Heimspiel gegen den Aufsteiger Witterschlick Fighting Miners, einem Team aus Bonn. Damit das große Ziel, der Wiederaufstieg von der 5. (Verbandsliga) in die 4. Liga (Oberliga) gelingt, wurde mit Detlef Zorn ein renommierter Cheftrainer nach Schiefbahn geholt. Neben dem Headcoach gehören noch zehn weitere Trainer zum Trainerteam der Riders, die die einzelnen Mannschaftsteile wie Angriff (Offense), Verteidigung (Defense), Quarterbacks (Spielmacher) oder die Specials Teams betreuen. Ralph Klein: „Wir haben neben Detlef Zorn viele weitere gute Trainer an Bord. Einer von ihnen ist Oliver Nitschmann, der die Angreifer betreut.“ Nitschmann ist kein Unbekannter in der Szene. Als Nachwuchstrainer führte er von 2002 bis 2008 die Düsseldorf Panther ununterbrochen zum German Junior Bowl, zur deutschen Meisterschaft. Er weiß also, wie Erfolg funktioniert. Die Kunst wird es sein, wie auch bei anderen Team-Sportarten, die vielen Spieler zu einer erfolgshungrigen Mannschaft zu formen. Und das sind beim American Football wahrlich viele Spieler. Zwar stehen bei den Spielzügen nur jeweils elf Akteure auf dem Platz, jedoch sind dies alles Spezialisten. Für die Abwehr gibt es genauso geschulte Teams, wie für den Angriff. Hinzu kommen sogenannte Special Teams. Und die übernehmen in der Regel die jeweiligen Aufgaben auf dem Feld. „Da kommen schnell 70 und mehr Spieler zusammen. Die haben wir aktuell auch zusammen. Während einer Saison kann sich der Kader durch Verletzungen, Erkrankungen oder berufsbedingte Absagen auch schnell wieder deutlich dezimieren“, so Ralph Klein, der aus Erfahrung spricht. Seit 1988 ist Klein, in Oldenburg geboren und in Anrath aufgewachsen, mit dem American Football-Virus infiziert. „Erwischt“ hatte es ihn in Berlin, wo er damals beruflich zu tun hatte. Seine damalige Freundin, eine Cheerleaderin der Berlin Adler, überredete ihn, zu einem Spiel ihrer Mannschaft zu kommen, und prompt war es um ihn geschehen. Seit nunmehr 30 Jahren ist der 54-jährige positiv verrückt in Sachen American Football und hat schon alles erlebt: war Spieler, Headcoach, Vereinsgründer und engagiert sich nun neben den Riders auch beim Zweitligisten Düsseldorf Panthers. Vor sieben Jahren half er als Ratsherr im Willicher Stadtrat übrigens mit, die Footballer der „Carles Forst Riders“ nach Schiefbahn zu holen. Der Klub aus der Nachbarstadt Kaarst, der sich wegen der Reithochburg Kaarst in „Riders“ (Reiter) benannt hatte, suchte damals eine neue sportliche Heimat und fand diese auf Vermittlung von Klein beim SC Schiefbahn 08. Dort an der Siedlerallee sind die Riders auch nach ihrer Ausgliederung vor zwei Jahren in den American Football Schiefbahn Riders e.V. weiter angesiedelt und trainieren dreimal die Woche intensiv. „Wer Lust auf den Sport hat, ist jederzeit herzlich willkommen. Wir brauchen für jedes Mannschaftsteil immer wieder Spieler“, so Klein. Vereinspräsident der Riders ist Karl-Heinz Thöne, dessen Söhne Robert und Markus beide bei den Riders aktiv sind. Robert auf der Position des Quarterbacks (Spielmachers) und Markus als Running Back (Angreifer). „Markus könnte locker auch in der zweiten Bundesliga spielen, unterstützt aber weiter die Riders“, freut sich Klein, der sein Team gut gerüstet sieht für den Aufstieg. Ein Saisonhighlight steht auch schon fest, denn mit Mönchengladbach Wolfpack ist ein neuformiertes Team aus der Nachbarmetropole ebenfalls in der Verbandsliga dabei. Übrigens sind bei den Riders nicht nur die „Seniors“ aktiv. Die U-19 Jugend wird in der kommenden Spielzeit 2018 in der 9er-Tackle-Jugendlandesliga mit den Greyhounds aus Wuppertal genauso eine Spielgemeinschaft bilden, wie die U-16 Jugend in der 9er-Tackle- Verbandsliga. Die Ladies, die 2017 in der Damen-Regionalliga NRW Platz fünf belegten, machen in diesem Jahr eine Pause. Nicht nur am Niederrhein ist American Football im Vormarsch. In der aktuellen Statistik des Deutschen Olympischen Sportbundes belegt American Football aktuell mit über 60.000 Mitgliedern Platz 34 aller angeschlossenen Verbände. Tendenz steigend. Und die Riders wollen mit einer erfolgreichen Saison dafür sorgen, dass es auch in Willich weiter mit dem super Sport nach oben geht.

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